Liebe Freunde von Future 4 Kids,

heute erreichte uns ein Update von unserem ARD-Auslandkorrespondenten Thomas Aders, dieses möchte ich gerne umgehend weiterleiten:

Liebe Spenderinnen und Spender, liebe Unterstützer und Unterstützerinnen,

dem kleinen Murad in Sanaa geht es leider immer schlechter, trotz der großzügigen Unterstützung, die Sie alle ihm und seiner Familie haben zukommen lassen.

Anfang Februar hatten die Ärzte im Krankenhaus, die Murad jetzt seit fast einem Jahr betreuen, die Dosis der Medikamente mehr als verdoppelt: von 200 auf 500 Milligramm Hydroxurea. Leider hat auch diese Notfallmaßnahme von Prof. Dr. Abdel Rahman und Dr. Maher Sharbah keine Verbesserung von Murads Zustand zur Folge gehabt. Stattdessen wurde die Gabe des Zellteilungshemmers   Hydroxycarbamid ganz ausgesetzt. Laut Aussage der beiden Ärzte hat Murad auf das Mittel nicht so reagiert, wie sie gehofft hatten. Stattdessen wird die Behandlung mit konventionellen Mittel wie Folic Acid und Ospen Sirup sowie mit Schmerzmitteln weiter durchgeführt.

Zwar ist es so, dass Professor Rahman und Dr. Sharbah eine Verlegung Murads in eine Spezialklinik im Ausland empfehlen; aufgrund der im Jemen weiterhin herrschenden kriegsähnlichen Zustände durch  die fortgesetzten Bombardierungen seitens Saudi-Arabien scheint ein Transport derzeit jedoch so gut wie ausgeschlossen zu sein. Zudem stellt sich - so pessimistisch das auch klingen mag - die Frage nach dem grundsätzlichen Sinn einer Verlegung des Patienten. Denn es handelt sich bei der Sichelzellenanämie, unter der Murad leidet, fatalerweise um eine Krankheit, für die es keine Therapie gibt. Die Aussicht, dass eine kurzfristige Behandlung im Ausland zu einer grundlegenden Verbesserung seines Gesundheitszustands führen könnte (wie etwa bei einer Operation), besteht also leider nicht.

Auch gestern wieder ist aus Ihren Spenden ein Betrag von knapp 1500 US-Dollar von Future 4 Kids in den Jemen transferiert worden, von dem die Familie Murads und der Patient selbst profitieren: durch die Unterbringung in einer sauberen, kühlen Wohnung, durch die ausreichende Versorgung der Familienmitglieder mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln und durch die ununterbrochene medizinische Betreuung Murads mit Medikamenten und Schmerzmitteln. Hätte es diese Unterstützung durch Sie nicht gegeben, wäre es um den kleinen Murad und seine Familie mit Sicherheit wesentlich schlechter bestellt. Zudem konnte durch Ihre Spenden auch dem Stamm - mehrere, ebenfalls vor den Bombardierungen geflüchtete Familien - nachhaltig geholfen werden.

Dies alles IST BEREITS PASSIERT, dank Ihrer Bereitschaft, sich zu engagieren.

Wir werden den Zustand von Murad im Auge behalten und zeitnah prüfen, ob und wann ein Transport des Jungen mit seinem Vater ins Ausland vielleicht möglich sein wird. Dazu wollen wir Kontakt zu der Organisation „Friedensdorf International“ aufnehmen, die sich um die medizinische Betreuung von Kindern in Krisen- und Kriegsgebieten kümmert.

Wir danken an dieser Stelle noch einmal unseren Mitarbeitern in Sanaa, die es seit fast einem Jahr auf sich nehmen, Ihre Spendengelder möglichst sinnvoll und effektiv für Murad und seine Familie auszugeben. Und das, obwohl sie selbst fast täglich in Lebensgefahr schweben.

Mit besten Grüßen und stellvertretend für das ganze Team in Stuttgart, Homburg, Kairo und Sanaa

Ihr

Thomas Aders

Arztbericht aus Sanaa